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Neuer Gen-Test auf Laktose Intoleranz

  • Was versteht man unter Laktose Intoleranz?

    Patienten mit Laktose Intoleranz können Laktose (Milchzucker) nicht verdauen. Sie bekommen beim Genuss von Milch und Milchprodukten Blähungen, Bauchschmerz und Durchfall. Der häufigste Grund dafür ist ein genetisch bedingter Mangel des Laktase Enzyms. Dieses Enzym ist notwendig für den Abbau von Milchzucker. Laktose Intoleranz tritt typischerweise erst im Erwachsenenalter auf. Im Kindesalter werden Milchprodukte meist noch gut vertragen. Etwa 10 bis 15% der Bevölkerung leiden an Laktose Intoleranz!

  • Wie kann Laktose Intoleranz festgestellt werden?

    Bisher wurde Laktose Intoleranz meist nachgewiesen durch die Gabe von Milchzucker und in der Folge ein fehlender Blutzuckeranstieg oder der Nachweis von erhöhtem H2 in der Atemluft.

    Jetzt ist die genetische Ursache für Laktose Intoleranz bekannt: An der Stelle -13910 vor dem Laktase-Gen (LCT) gibt es einen T>C Polymorphismus, der die Menge an gebildeter Laktase festlegt. Durch die Bestimmung des LCT Genotyps kann die genetische Veranlagung für Laktose-Intoleranz eindeutig festgestellt werden.

  • Welche klinische Bedeutung haben die LCT -13910 Genotypen?

    LCT -13910 TT : Kein Hinweis auf genetische Laktose Intoleranz (40% der Bevölkerung).
    LCT -13910 TC : Kein Hinweis auf genetische Laktose Intoleranz (45% der Bevölkerung).
    LCT -13910 CC : Genetische Anlage für Laktose Intoleranz (15% der Bevölkerung).

  • Wann sollte eine Gentest auf Laktose Intoleranz durchgeführt werden?

    Verdacht auf Laktose Intoleranz (schlechte Verträglichkeit von Milchprodukten) oder länger anhaltende Verdauungsstörungen unbekannter Ursache.

  • Wie sollte bei nachgewiesener Laktose Intoleranz weiter vorgegangen werden?

    Die zur Zeit wirksamste Maßnahme bei Laktose Intoleranz ist die Vermeidung von Produkten, die Milchzucker enthalten (Milchprodukte, Schokolade, Backwaren,...). Es besteht eine individuelle unterschiedliche Empfindlichkeit auf Laktose. Manche Patienten vertragen geringe mengen an Milch , andere vertragen gar keinen Milchzucker. Die Zufuhr von Bakterienkulturen (z.B. frisches Joghurt) kann die Laktose-Toleranz verbessern.

    Eine Reduzierung der Milcheinnahme verringert auch die Calcium-Zufuhr. Calcium ist aber für die Vermeidung einer Osteoporose wichtig. Der Patient sollte eine Ernährungsberatung erhalten.

  • Wie kann man eine Genanalyse durch das Labor anfordern?

    Zur Anforderung reicht es, ein EDTA-Blutröhrchen und das ausgefüllte Anforderungsblatt an das Labor einzusenden. Die Probe muss nicht gekühlt werden. Sowohl die Gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Analyse.

  • Wie lange dauert eine Genanalyse?

    Das Ergebnis der Genanalyse wird normalerweise innerhalb von wenigen Tagen nach Eingang der Probe übermittelt. Mögliche Fragen werden auch mit dem Arzt oder Patienten erörtert.

    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter 069 244043-60 zur Verfügung.



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